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WELT 07 Mai, 2026

Eilmeldung zum Hantavirus-Ausbruch: Internationale Sorge um das Kreuzfahrtschiff MV Hondius wächst

Die Gesundheitskrise rund um das Antarktis-Kreuzfahrtschiff MV Hondius spitzt sich weiter zu. Mit dem bestätigten Hantavirus-Ausbruch an Bord geraten ...

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WorldDepths

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Die Gesundheitskrise rund um das Antarktis-Kreuzfahrtschiff MV Hondius spitzt sich weiter zu. Mit dem bestätigten Hantavirus-Ausbruch an Bord geraten Behörden, Gesundheitsdienste und Hafenverwaltungen zunehmend unter Druck. Die Reederei Oceanwide teilte am Freitag mit, dass mindestens 30 Passagiere das Schiff verlassen hatten, bevor der Ausbruch offiziell festgestellt wurde — sieben mehr als zunächst bekanntgegeben.

Nach Angaben der Reederei gingen die Reisenden auf der Insel St. Helena von Bord. Sie stammen aus mindestens zwölf verschiedenen Ländern, was international die Sorge vor einer möglichen weiteren Verbreitung des Virus verstärkt. Unter den ausgeschifften Personen befand sich auch der Leichnam des ersten Todesopfers, dessen genaue Todesursache zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war.


In Spanien sorgt der Umgang mit dem Fall inzwischen auch politisch für Spannungen. Das Gesundheits- und das Verteidigungsministerium vertreten unterschiedliche Positionen zur Quarantäne der 14 spanischen Passagiere der MV Hondius, die derzeit im Militärkrankenhaus Gómez Ulla in Madrid isoliert untergebracht sind.

Verteidigungsministerin Margarita Robles erklärte am Donnerstagabend, die Quarantäne werde „freiwillig“ erfolgen. Da die Betroffenen bislang keine Symptome zeigten, könne man ohne richterliche Anordnung keine Zwangsisolierung verhängen. Die Patienten müssten daher ihr Einverständnis zur medizinischen Überwachung schriftlich bestätigen.

Das spanische Gesundheitsministerium vertritt hingegen einen deutlich strengeren Kurs. Dort heißt es, die Regierung sei bereit, „alle verfügbaren rechtlichen Mittel“ einzusetzen, um die Einhaltung der Quarantäne sicherzustellen. Die Passagiere gelten nach Einschätzung der Behörden als Hochrisiko-Kontaktpersonen.

„Es liegt im Interesse der Betroffenen, geschützt zu werden, medizinisch überwacht zu sein und die bestmögliche Versorgung zu erhalten“, erklärten Gesundheitsvertreter angesichts wachsender Besorgnis in der Bevölkerung.


Währenddessen setzt die MV Hondius ihre Fahrt über den Atlantik in Richtung Teneriffa fort. Das Schiff soll dort am kommenden Sonntag unter strengen Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen anlegen.

Die bevorstehende Ankunft sorgt auf den Kanarischen Inseln bereits für erhebliche Spannungen. Beschäftigte der Häfen von Santa Cruz de Tenerife und Granadilla drohen mit einer Blockade des Hafenbetriebs, falls die Behörden nicht umgehend klare Notfall- und Sicherheitsprotokolle vorlegen.

Gewerkschaftsvertreter werfen der Hafenbehörde eine „vollständige Informationslosigkeit“ vor. Viele Beschäftigte wüssten bislang nicht, welche Schutzmaßnahmen angesichts eines möglichen biologischen Risikos gelten sollen.

Mit jeder Seemeile wächst die Nervosität rund um das Kreuzfahrtschiff, das inzwischen zum Mittelpunkt einer internationalen Gesundheitskrise geworden ist — und die Zusammenarbeit von Regierungen und Behörden auf eine harte Probe stellt.


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