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AUTOMOBIL 08 Juni, 2026

Sheinbaum präsentiert Olinia: Mexikos erstes eigenes Elektroauto soll neue Industrieära einleiten

Mit der offiziellen Vorstellung von Olinia hat Mexiko einen symbolträchtigen Schritt in Richtung eigener Automobil- und Technologieentwicklung gemacht.

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Erste Fahrt im Olinia 1: Präsidentin Claudia Sheinbaum am Steuer des neuen Elektrofahrzeugs.
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Alex RWS

REDAKTEUR

REDAKTION UND PRÜFUNG WorldDepths

Mit der offiziellen Vorstellung von Olinia hat Mexiko einen symbolträchtigen Schritt in Richtung eigener Automobil- und Technologieentwicklung gemacht. Das erste im Land entwickelte Elektrofahrzeug steht für den Anspruch der Regierung von Claudia Sheinbaum, die industrielle Wertschöpfung künftig stärker im Inland zu verankern.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat am Sonntag den Prototypen Olinia 1, das erste in Mexiko entwickelte Elektroauto, der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt befindet sich nun in der Produktionsphase; die Markteinführung ist für den Sommer 2027 vorgesehen, mit einem Einstiegspreis von rund 150.000 Pesos (7460€).

Die Präsentation fand in einem Hangar der Militärluftbasis Santa Lucía im Bundesstaat Mexiko statt. Sheinbaum setzte sich dabei selbst ans Steuer des Fahrzeugs, begleitet von Ingenieuren, Forschern und Projektverantwortlichen. Das kompakte Stadtauto bietet Platz für bis zu sechs Personen und ist zudem für den Transport von Menschen im Rollstuhl angepasst.


„Es ist der Beweis, dass Mexiko mehr sein kann als nur ein Empfänger von Investitionen. Wir können Wissen schaffen, Technologie entwickeln, Lösungen entwerfen und Wert aus unseren eigenen Fähigkeiten erzeugen“, sagte Sheinbaum bei der Vorstellung.

Nach Angaben der Regierung soll Olinia den Einstieg in eine breiter angelegte nationale Elektromobilitätsstrategie markieren. Das Projekt basiert auf der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen, Universitäten und Forschungszentren und soll langfristig eine eigene industrielle Basis für Elektromobilität im Land schaffen.

Technisch ist das Fahrzeug für den urbanen Einsatz konzipiert. Es verfügt über eine Batterie mit 14,7 Kilowattstunden, eine Reichweite von über 125 Kilometern pro Ladung und eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Die Betriebskosten werden mit etwa 49 Centavos (0,024€) pro Kilometer angegeben  rund fünfmal günstiger als bei einem vergleichbaren Benzinfahrzeug – was laut Berechnungen jährliche Einsparungen von bis zu 50.000 Pesos (2485€) ermöglichen könnte.

Zum Abschluss der Präsentation sagte Sheinbaum an das Entwicklungsteam gerichtet: „Mission erfüllt.“ Der Koordinator des Projekts, Roberto Capuano Tripp, kündigte zudem die nächste Ausbaustufe an: Olinia Cargo, eine Variante für den leichten Gütertransport, soll in den kommenden Monaten vorgestellt werden.

Entwickelt wird das Fahrzeug im Olinia-Designzentrum am Technologischen Institut in Puebla. Dort arbeiten mehr als hundert Fachkräfte aus dem Instituto Politécnico Nacional und dem Nationalen Technologischen Institut Mexikos an der Weiterentwicklung des Projekts.

Das Vorhaben basiert auf einer einfachen urbanen Logik: Rund 70 Prozent der mexikanischen Bevölkerung leben in Städten, und der Großteil der täglichen Wege liegt unter 30 Kilometern. Olinia ist daher nicht als Langstreckenfahrzeug konzipiert, sondern als kostengünstige Lösung für den städtischen Alltag und gewerbliche Kurzstreckenmobilität.

Obwohl Mexiko zu den größten Automobilproduzenten der Welt gehört und die Branche einen erheblichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt ausmacht, basiert die Produktion bisher überwiegend auf ausländischen Marken. Mit Olinia soll sich dies langfristig ändern: vom reinen Produktionsstandort hin zu einem Land, das eigene Technologien entwickelt und industrialisiert.


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