OpenAI und Apple steuern auf Rechtsstreit wegen ChatGPT im iPhone zu
Die Partnerschaft, die Apples KI-Offensive antreiben sollte, entwickelt sich laut Berichten zum Desaster — ausgerechnet während Apple iOS 27 vorbereit...
Alex RWS
Die Partnerschaft, die Apples KI-Offensive antreiben sollte, entwickelt sich laut Berichten zum Desaster — ausgerechnet während Apple iOS 27 vorbereitet und sich Google annähert
Was vor wenigen Monaten noch als eine der wichtigsten Partnerschaften der Tech-Branche galt, entwickelt sich offenbar zu einem ernsthaften Konflikt mit potenziell weitreichenden Folgen für die Zukunft künstlicher Intelligenz auf dem iPhone.
Die Beziehung zwischen OpenAI und Apple soll sich seit der Ankündigung der Integration von ChatGPT in Apples KI-Plattform massiv verschlechtert haben. Laut Berichten von Bloomberg und mehreren Branchenquellen fühlt sich OpenAI von Apple in zentralen Punkten der ursprünglichen Vereinbarung benachteiligt. Besonders brisant: Offenbar bereitet OpenAI bereits juristische Schritte vor.
Personen mit Kenntnis der Gespräche sprechen laut US-Medien inzwischen von einem „kompletten Desaster“. Das Vertrauen zwischen beiden Unternehmen soll weitgehend zerstört sein.
Für Apple kommt die Krise zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern arbeitet derzeit intensiv an iOS 27 — einer Version, die deutlich stärker auf künstliche Intelligenz setzen soll und dabei offenbar auch eine größere Rolle für Google vorsieht.
Aus Partnern werden Konkurrenten
Als Apple die Zusammenarbeit mit OpenAI erstmals ankündigte, galt der Schritt als strategische Kehrtwende. Jahrelang hatte Apple versucht, zentrale Funktionen seines Ökosystems möglichst unabhängig von externen Partnern zu entwickeln. Doch der schnelle Aufstieg generativer KI setzte das Unternehmen zunehmend unter Druck.
OpenAI schien dabei der ideale Partner zu sein.
Die Integration von ChatGPT versprach Apple einen schnellen Einstieg in moderne KI-Funktionen für iPhone, iPad und Mac. Für OpenAI wiederum bedeutete die Kooperation Zugang zum profitabelsten Smartphone-Ökosystem der Welt.
Doch hinter den Kulissen sollen die Spannungen schon früh begonnen haben.
Bloomberg zufolge war OpenAI zunehmend unzufrieden darüber, wie eingeschränkt ChatGPT innerhalb von iOS tatsächlich eingebunden wurde. Hinzu kamen offenbar Streitigkeiten über Nutzerdaten, Plattformkontrolle und mögliche Einnahmen aus zukünftigen KI-Abonnements.
Im Kern ging es darum, wer die Kontrolle über die KI-Erfahrung auf dem iPhone behalten würde.
Und offenbar wollte keine Seite größere Zugeständnisse machen.
Google verändert das Machtgleichgewicht
Besonders heikel wird die Situation durch Berichte, wonach Apple seine Gespräche mit Google intensiviert, um Gemini künftig stärker in iOS zu integrieren.
Offiziell bestätigt ist das bislang nicht. Mehrere Leaks deuten jedoch darauf hin, dass iOS 27 ein deutlich offeneres KI-System erhalten könnte, bei dem Nutzer zwischen verschiedenen Assistenten wählen können.
Für OpenAI würde das die ursprüngliche Partnerschaft grundlegend verändern.
Intern wächst offenbar der Eindruck, dass Apple die Zusammenarbeit mit OpenAI vor allem genutzt hat, um Zeit zu gewinnen — während gleichzeitig eigene KI-Lösungen entwickelt und Gespräche mit anderen Anbietern geführt wurden.
Vor allem Googles zunehmender Einfluss auf das iPhone gilt bei OpenAI als ernstes Problem. Gemini hat sich inzwischen zu einem der wichtigsten Konkurrenten von ChatGPT entwickelt.
Silicon Valley vor einem neuen Machtkampf
Zwar wurde bislang keine offizielle Klage eingereicht, US-Medien berichten jedoch, dass OpenAI bereits mögliche rechtliche Schritte prüft. Dabei geht es offenbar um mögliche Vertragsverletzungen, eingeschränkte Integration und potenzielle wirtschaftliche Schäden.
Der Konflikt zeigt zugleich ein grundlegendes Problem der gesamten Branche: Große Tech-Konzerne wollen modernste KI-Technologien nutzen, gleichzeitig aber die vollständige Kontrolle über ihre Plattformen behalten.
Apple verteidigt seit Jahren eines der am stärksten abgeschotteten Ökosysteme der Branche. OpenAI wiederum ist auf möglichst viele Nutzer angewiesen, um das Wachstum von ChatGPT und die enormen Entwicklungskosten seiner Modelle finanzieren zu können.
Lange wirkten diese Interessen vereinbar.
Inzwischen scheinen sie zunehmend gegeneinander zu laufen.
Apple steht unter Druck
Apple wurde in den vergangenen Jahren immer wieder vorgeworfen, beim Thema generative KI langsamer zu reagieren als Konkurrenten wie Microsoft, Google oder Meta.
Doch inzwischen hat sich der Markt verändert.
Nutzer erwarten heute leistungsfähige KI-Funktionen direkt auf Smartphones, in Betriebssystemen und digitalen Assistenten. Apple weiß, dass das Unternehmen bei der nächsten großen Technologie-Welle nicht zurückfallen darf.
Deshalb gilt iOS 27 als eines der wichtigsten Software-Projekte der letzten Jahre.
Sollte der Konflikt mit OpenAI tatsächlich vor Gericht landen, droht Apple allerdings nicht nur ein technisches Problem — sondern ein öffentlicher Machtkampf mitten im Silicon Valley.